NEUBAU „MÄTTELI“ I ST. NIKLAUS KOPPIGEN

WETTBEWERB, 1. PREIS I 2013
In Zusammenarbeit mit Mettler Landschaftsarchitektur
IN AUSFÜHRUNG

SITUATION
Das Wohn- und Pflegeheim St. Niklaus befindet sich in einzigartiger Lage auf einem Plateau, der Waldrand rückseitig gen Norden, der Blick in die Berner Alpen gen Süden.
Herzstück der Gesamtanlage bildet das Haupthaus von 1905, im Inventar der Denkmalpflege Kanton Bern aufgenommen, zusammen mit der Gärtnerei, der Remise, dem Pavillon und dem Waschhaus. Nach und nach sind hier weitere Gebäudeabschnitte hinzugefügt worden, im Jahre 2010 wurde der Erweiterungsbau „Stöckli“ eingeweiht, nun erfährt die Anlage einen nächsten Erweiterungsschritt.

PROJEKT
Die Weiterführung der grossen Terrasse auf dem Plateau über den Platz vor dem Hauptgebäude bis hin zum Eingang des Erweiterungsbaus „Mätteli“ bildet das Rückgrat des Entwurfes. Das Gebäude „Mätteli“ führt die Bewegung der Gebäude an der Geländekante weiter und lenkt sie Richtung Eingang der Gesamtanlage. Der Neubau fügt sich in das Gesamtgefüge des Pflegeheims ein, ohne eine eigene Dominanz zu entwickeln.
Durch die Positionierung an der Grundstückskante im unteren Teil des Planungsperimeters und dem damit einhergehenden Gebäuderücken bildet das „Mätteli“ Auftakt des Gesamtensembles und Konzentration der Anlage auf das Hauptgebäude zugleich. Zudem wird eine mögliche Ausbaureserve am neu entstandenen Parkplatzbereich vorbehalten.
Der Eingang richtet sich ebenso auf den Platz vor dem Hauptgebäude wie alle historischen, dem Ensemble zugehörigen Gebäude und erfährt somit eine selbstverständliche Anbindung.
Durch die Geschossigkeit bleibt es klar unter der Position des Hauptgebäudes und unterstreicht somit den Charakter der bestehenden Anlage.

Der ebenerdige Eingang führt am Rundgang und Treffpunkt an der Voliere vorbei in die Abteilung des Betreuten Wohnens. Ebenso ist das Tageszentrum hier angegliedert, so dass Bewohner des jetzigen Pflegeheims bequem und ohne Niveauunterschied die Einrichtungen des Tageszentrums erreichen können.
Ein Geschoss weiter unterhalb befindet sich die Pflegestation. Auf dieser Ebene kann eine mögliche unterirdische Anbindung an das Haupthaus stattfinden, so dass die Küche und die Wäscherei direkten Zugang zum „Mätteli“ erhalten.
Die Gemeinschaftspraxis befindet sich unter der Pflegestation.
Die beabsichtigte Gleichstellung aller Zimmer der Bewohner ermöglicht den Ausblick in die Berge und die Ausrichtung nach Süden zugleich. Das Thema des Gangs wird aufgegriffen und zum Kommunikationskonzept entwickelt. Sich öffnende und schliessende Bereiche mäandrieren entlang des Erschliessungsganges und bieten somit Begegnungsstäte, Rückzugsmöglichkeiten und ...
Das Leben findet nicht allein im Zimmer des Bewohners statt sondern kann individuell in den Gemeinschaftseinrichtungen oder im Raum vor der Wohnung in einer Art Piazza weitergeführt werden