PROJEKTENTWICKLUNG AREAL KLOSTER HEILIGKREUZ I CHAM

WETTBEWERB I 2012
In Zusammenarbeit mit Della Casa Architekten

Ausgangslage
Obwohl oder gerade weil das Kloster Heiligkreuz für die Region von bau- und kulturgeschichtlicher Bedeutung ist, sollen in ausgewählten Zonen neue Bauten und Freiräume zu einer Aufwertung der Gesamtanlage beitragen. Verschiedene bisherige architektonische Eingriffe überzeugen nicht. Auf der ehemaligen Seminarliegenschaft sollen kostengünstiger Wohnraum sowie Dienstleistungsbetriebe entstehen und die daraus erzielten Einkünfte dem Erhalt der klösterlichen Liegenschaften dienen. Gegenstand der Aufgabe ist demnach ein langfristiges Bebauungskonzept. Der Klosterbereich als spiritueller Ort soll erhalten bleiben.

Architektur
Die Geometrie und Figur der bestehenden Klosteranlage wird aufgegriffen und durch ein neues Volumen entlang der alten Struktur ergänzt. Durch die Reduktion auf einen, aber präzisen Eingriff werden klar hierarchisierte Aussenräume und Sichtbezüge formuliert. Zwischen ihnen ergeben sich Freiflächen, die das Gesamtkonzept durch ihre Nutzungen unterstützen. Einerseits nimmt das neue Haus durch seine Grösse Bezug zum steinernen Klosterensemble, andererseits vermittelt es mit dem Material Holz den Zusammenhang zu den umliegenden klostereigenen Oekonomiegebäuden. Das etappierbare Entwicklungskonzept lässt eine grösstmögliche Flexibilität zu. Einheiten werden mit wenig baulichem Aufwand koppelbar und wieder trennbar sein. In derselben baulichen Struktur sollen einmal grosse Gemeinschaften und dann wieder kleine Einheiten unterkommen, dies im ständigen Wechsel. Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der die Bewohner ihre eigene individuelle Wohnsituation installieren. Es ist eine Strategie, die das Einzelelement nicht als finite Einheit in einer Insellage, das heisst in Alleinstellung begreift, sondern als Element innerhalb einer Struktur, die die Elemente gezielt in Beziehung zueinander setzt und dadurch den Freiheitsgrad jedes Einzelelementes erhöht.
Komplettiert wird das Bebauungskonzept durch ein lose gesetztes Wohnhaus für den Landwirtschaftsbetrieb und eine sorgfältige Sanierung des Schwesternhauses. Damit wird die ruhige Atmosphäre des Klosterensembles Heiligkreuz in Cham bewahrt, ja sogar verstärkt.

Landschaft
Die Veränderung mit Aus- und Rückbau liegt in der Natur der Gesamtanlage. Eine Veränderung, die weit in die Vergangenheit zurück zu verfolgen ist. Dieser Umstand stellt hohe Ansprüche an die Gartenanlage mit ihrem bemerkenswerten Baumbestand.
Das Projekt versucht den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Die grösste Veränderung stellt die Anlage
eines zweiteiligen Baumgartens dar. Der grössere Teil dieses Baumhains dient als Aussenraum für den neuen Gebäudekomplex. Durch den kleineren Gartenraum wird eine bewusste Distanz zum historischen Klostergarten geschaffen. Die Schliessung der Klosteranlage erfolgt durch die Schaffung eines neuen Ortes.